22.2.2012
Bundeskongress 2011 - Live-Ticker
4. Bundeskongress der VVN-BdA
(2./3. April 2011 in Berlin, Humboldt-Universität)
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:45
Die Live-Ticker-Redaktion verabschiedet sich ...
... spätestens bis zum nächsten Bundeskongress. Wir danken allen, die
auf die eine oder andere Weise geholfen haben. Es hat - trotz aller Hektik -
riesig Spaß gemacht!
Feedback, Anregungen, Kritik an die Redaktion: verwenden Sie bitte unser
Kontaktformular.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:44
Der Bundeskongress beendet seine Arbeit
Die Delegierten singen gemeinsam das Moorsoldatenlied und beenden damit die
Arbeit des Kongresses.
Sie begeben sich auf den Heimweg, im Gepäck auch viele neuen Ideen und
Anregungen für die weitere Arbeit in ihren Kreis- und Landesvereinigungen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:43
Schlussworte
Der Bundeskongress geht zu Ende. Abschließend hielten die beiden neuen
Bundesvorsitzenden Cornelia Kerth und Heinrich Fink ein Schlusswort.
Darin bedankten sie sich für die effektive Arbeit und konstruktive
Diskussion beim Bundeskongress. Sie betonten die Notwendigkeit weiterhin
konstruktiv, kritisch aber vorallem miteinander die Zukunft des Verbandes zu
gestalten. Ihr Dank galt den ausscheidenden Bundessprechern Susanne Willems und
Gerhard Fischer für ihre geleistete Arbeit. Dem
Bundesgeschäftsführer Thomas Willms und den vielen Helfern galt der
Dank für diesen erfolgreichen Kongress.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:35
Offene Anträge an Bundesausschuss überwiesen
Mit großer Mehrheit wurde beschlossen, die restlichen Anträge aus
Zeitgründen an den Bundesausschuss zu überweisen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:29
Diskussion über offene Anträge
Aus Zeitgründen wird ein Vorschlag debattiert, offene Anträge an den
Bundesausschuss zu verweisen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:15
Wahlergebnis Bundessprecherkreis
Gewählt wurden Paul Bauer (BaWü) mit 95 Stimmen, Jürgen
Gechter (Bayern) mit 98 Stimmen, Regina Girod (Berlin) mit 120
Stimmen, Axel Holz (MV) mit 110 Stimmen, Uli Sander (NRW) mit 113
Stimmen, Uli Schneider (Hessen) mit 108 Stimmen sowie Heinz
Siefritz (BaWü) mit 91 Stimmen. Susanne Willems (Berlin) erhielt 81
Stimmen und ist damit nicht gewählt worden. Abgegeben wurden 139 Stimmen,
von denen 5 ungültig waren. Die Gewählten nahmen die Wahl an.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:12
Der Antrag "Rettet das Leben von Mumia Abu-Jamal", ...
... eingebracht von der VVN-BdA NRW, wurde von den Delegierten einmütig und
in solidarischer Verbundenheit mit ihrem Ehrenmitglied Mumia Abu Jamal
angenommen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 13:08
Antrag "Gegen Israel-bezogenen Antisemitismus" #2
Der Antrag wurde - mit weiteren Ergänzungen - in der von der
Antragskommission vorgelegten Fassung angenommen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 12:57
Antrag "Gegen Israel-bezogenen Antisemitismus"
Der Antrag von VVN-BdA Berlin-Pankow, AIM und AH Berlin wird sehr kontrovers
diskutiert. Es liegen zahlreiche Änderungs- bzw.
Ergänzungsvorschläge vor.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 12:27
Weitere Anträge angenommen
Während der Vorbereitung der Wahlunterlagen wurden die Anträge
"Die Hinterbliebenen der NS-Opfer fordern ihr Recht" (NRW),
"Rallye `Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933 - 1945`" (NRW) und
"Antifaschistische Positionen statt Nazis in die Parlamente"
(Kampagnengruppe nonpd) mit teilweise geringfügigen Änderungen bzw.
Ergänzungen mehrheitlich angenommen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 12:12
Wahlergebnis Bundesvorsitzende und Bundesschatzmeister
Cornelia Kerth (Hamburg) wurde mit 120 von 134 Stimmen und Heinrich
Fink (Berlin) mit 124 von 134 Stimmen als Bundesvorsitzende
wiedergewählt. Regina Elsner (Sachsen) wurde mit 128 von 135 Stimmen
als Bundesschatzmeisterin wiedergewählt. Sie wird zukünftig durch
Richard Häsler (Thüringen) als Bundesschatzmeister
unterstützt, der erstmals kandidierte und 112 von 135 Stimmen erhielt. Alle
4 nahmen ihre Wahl an.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 11:54
Kandidaten Bundessprecherkreis
10 Kandidaten wurden für 7 Mandate zur Wahl des Bundessprecherkreises
vorgeschlagen. 2 Delegierte nahmen den Vorschlag zu einer Kandidatur nicht an.
Die übrigen 8 Vorgeschlagenen stellen sich derzeit den Delegierten vor.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 11:10
Vorbereitung zur Wahl des Bundessprecherkreises
Der Bundeskongress hat beschlossen, den Bundessprecherkreis in seiner bisherigen
Größe von 11 Sprecherinnen und Sprechern zu belassen. Darin
eingschlossen sind die beiden Vorsitzenden und die beiden Schatzmeister.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 11:08
Statement Gerhard Fischer (ausscheidender Bundessprecher)
"Eindrucksvolle Grußansprachen, ein präzises und zugleich
emotional bewegendes Referat, das sowohl Rechenschaft gab als auch Aufgaben
stellte und eine abwechslungsreiche Diskussion, die allerdings nicht in allen
Fällen die politischen Schwerpunkte traf - das sind meine Impressionen vom
gestrigen Tag.
Wichtig war das Bestreben, Versuche zur Spaltung der antifaschistischen
Kräfte zurückzuweisen. Vorherrschend war die Tendenz, einmütig
den Neonazis entgegenzutreten.
Da unsere Kreisvereinigung schon in den 90er-Jahren bei den Schritten zum
Zusammenschluss der BdA- und VVN-Organisationen in Berlin und dann in der
Bundesrepublik vorangegangen war, konnte ich schon damals im Berliner
Landeskoordinierungsrat sowie im Bundesauschuss und Bundessprecherrat
Erfahrungen sammeln. So hatte ich alle Möglichkeiten, nach der Vereinigung
meine Mitarbeit konstruktiv fortzusetzen, so z.B. in der Sozialkommission, in
der Geschichtsarbeit und auf dem Gebiet der Europa-Politik. Auf diese Weise
konnte ich zu meinem Teil helfen, Ziele unserer Organisation zu
verwirklichen."
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 10:54
Weitere Anträge angenommen
Der Bundeskongress hat die Anträge "Kein Werben fürs
Sterben" (Antragsteller: VVN-BdA NRW) und "Schutz für
Grabstätten von Sinti und Roma" (Antragsteller: VVN-BdA NRW)
angenommen.
Zum Antrag "Keine Abschiebung von Roma und anderen ethnischen Minderheiten
in Kosovo" (Antragsteller: VVN-BdA NRW) lag ein Änderungsvorschlag der
Antragskommission vor, dem die Delegierten folgten.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 10:30
Leitantrag angenommen
Der Leitantrag wurde um 10:22 Uhr bei drei Enthaltungen in der Neufassung der
Antragskommission angenommen.
Zur Art und Weise der Diskussion des Leitantrags hatte Esther Broß,
VVN-BdA Ortenau, augenzwinkernd formuliert:
"Die Delegierten leiden gern am Lei(d)tantrag."
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 10:05
Statement Jörg Schulz (Frankfurt/Oder)
"Wir erwarten nach der guten inhaltlichen Arbeit des gestrigen Tages
voller Spannung die heutige Antragsdiskussion."
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 10:01
Statement Johanna Wittmann (Ingolstadt)
"Ich bin positiv überrascht. Im Vergleich zu bisherigen
Bundeskongressen verlief der erste Tag optimal. Alles war gut organisiert und
verlief planmäßig. Ich werde viele Anregungen und Hinweise mit nach
Bayern nehmen."
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 09:51
Antragsdebatte
Die Antragsdebatte hat mit dem Bericht der Antragskommission begonnen.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 09:49
Statement Frieder Böhne (Berlin)
"Der erste Tag war sehr effektiv, anregend, wenn auch sehr anstrengend.
... Für die künftige Arbeit habe ich viele Anregungen und Hinweise
dahingehend erhalten, wie künftige Projekte umsetzbar sein
können."
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3.4.2011 09:45
Büchertisch des VVN-Online-Shops
Christine und Jürgen Gechter, die den Büchertisch des Online-Shops
betreuen und verantworten, sind zufrieden. Das Angebot sei auf Interesse
gestoßen und es hätten sich viele interessante Gespräche zum
Angebot ergeben.
+++ Live-Ticker +++
3.4.2011 09:42
Eindrücke vom ersten Tag
Befragt nach seinen Eindrücken vom ersten Tag spricht Bernd Meimberg,
VVN-BdA Lübeck, von einem sehr interessanten Verlauf. Die Impulsreferate
hätten ein sehr hohes Niveau gehabt.
Er lobte auch die Veranstaltung am Vorabend - Moshe Zuckermann sei immer ein
Erlebnis.
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3.4.2011 09:40
Parallel zum Berliner Halbmarathon ...
... startet auch der Bundeskongress in seinen Halbtagsmarathon. Der Sitzungssaal
füllt sich langsam.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 19:02
Pünktlich ...
... um 19:00 Uhr endete der erste Kongresstag.
Die Delegierten haben heute viel Arbeit geleistet. Aber mit den Anträgen
und den Wahlen kommt morgen noch einiges auf sie zu.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 18:48
Antimilitarismus
Ulli Sander aus NRW spricht über den Zusammenhang von Militarisierung und
Demokratieabbau.
Der Ausbau des Sicherheits- und Überwachungsapparates werde in der Mehrheit
der Bevölkerung nicht als Problem erkannt.
Die auf den Weg gebrachte Bundeswehrreform sollte auf energischen Widerstand
stoßen. Auch habe die Bundeswehr in Rathäusern und an Schulen nichts
zu suchen.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 18:30
Thilo Sarrazin und der deutsche Rassismus
Cornelia Kerth verweist in ihrem Impulsreferat auf eine neue Runde in der
Popularisierung von Rassismus und Sozialdarwinismus, die mit Thilo Sarrazins
"Überfremdungs"-Pamphlet "Deutschland schafft sich ab"
eingeleitet wurde und von den Rechtspopulisten der PRO-Parteien dankbar
aufgegriffen wurden. Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung "Die Mitte in
der Krise - Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010" belegt eine
Zunahme von Ausländerfeindlichkeit und dem Wunsch nach einer "starken
Partei" und nach einem "harten Durchsetzen deutscher
Interessen".
Menschen, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung und Elend suchen, werden
zwischen Asylantrag und Abschiebung der öffentlichen Wahrnehmung entzogen,
indem man sie in Lagern verschwinden lässt. FRONTEX schirmt Europa ab mit
der Folge von mehr als 10.000 Toten jährlich, denen eine Flucht über
das Mittelmeer nicht gelingt.
Eine gefährliche Kontinuität habe auch das völkische
Nationenverständnis in Deutschland aufzuweisen.
Antifaschisten müssen in die Diskussionen eingreifen, Partner suchen und
Partner sein in einer Kampagne gegen Rassismus und Islamophobie als Teil des
Kampfes gegen eine gesellschaftliche Rechtsentwicklung.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 18:06
Neofaschismus in Deutschland
Axel Holz (Schwerin) berichtet über neofaschistische Aktivitäten in
Mecklenburg-Vorpommern: 30 Überfälle von Neonazis auf Büros
demokratischer Parteien allein 2010. Deshalb sei ein Verbot der NPD nach wie vor
notwendig.
Durch ihre nonpd-Kampagne für ein Verbot der NPD hat die VVN über
175.000 Unterschriften und mehr als 5.000 Statements Zeichen gesetzt, die von
vielen Parteien, Organisationen und Persönlichkeiten beachtet und
unterstützt wurden.
Aufgabe für Antifaschisten sei es offenzulegen, wie nahe die von der NPD
propagierten Werte denen der NSDAP und des historischen Faschismus seien.
Neofaschisten hätten ohne die Diskriminierung von Minderheiten durch
große Teile der Bevölkerung kaum eine Chance.
Wichtig auch der erneute Vorstoß von SPD-Vize Manuela Schwesig und
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann für ein
NPD-Verbot.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 17:14
Ehrendes Gedenken
Delegierte des Berliner Landesverbandes der VVN-BdA legten am Rande des
Bundeskongresses im Innenhof der Universität an der Gedenkwand für
Studenten und Dozenten der Humboldt-Universität, die dem Faschismus zum
Opfer fielen, ein Blumengebinde nieder.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 17:09
Auf ein Wort, Herr Humboldt
Was sagen Sie dazu, dass hier in der nach Ihnen benannten Universität so
viel über Geschichte gesprochen wird?
Wilhelm v. H.: "Nur wer die Geschichte kennt, hat eine
Zukunft."
Und was halten Sie von den unterschiedlichen Auffassungen, die in der Diskussion
sichtbar werden?
Alexander v. H.: "Jeder muss den Mut der (eigenen) Überzeugung
haben."
Haben Sie sonst noch einen Rat für die Delegierten?
Alexander v. H.: "Der Mensch muss das Gute und Große wollen, das
übrige hängt vom Schicksal ab."
Wilhelm v. H.: "Meiner Meinung nach ist Energie die erste und einzige
Tugend des Menschen."
Wir werden Ihre Ratschläge beherzigen. Danke für das (fiktive)
Interview.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 16:37
Hans Coppi: Gedenk- und Erinnerungsarbeit
Hans Coppi (Berlin) mahnt in seinem Diskussionsbeitrag eine intensivere
Verständigung mit den LAGs und Freundeskreisen, Vertretern der
jüdischen Gemeinde, der Sinti und Roma, anderen Initiativen und
Bündnispartnern zu Gedenkstättenkonzeptionen und praktischer Gedenk-
und Erinnerungsarbeit an.
Es werde auch ein Austausch über die Perspektiven der zahlreichen
regionalen Gedenkstätten gebraucht, von denen viele auf Initiative von
Mitgliedern der VVN entstanden sind. Darüber hinaus müssen neue Wege
antifaschistischer Gedenkkultur und deren Kommunikation gefunden werden. Hans
Coppi nannte zahlreiche Beispiele nicht nur aus dem Berliner Raum, die
verallgemeinert werden sollten.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 16:10
Die europäische Dimension des Antifaschismus
Ulrich Schneider, Generalsekretär der FIR, betonte die europäische
Dimension antifaschistischer Arbeit. Es sei eine zunehmende Rechtsentwicklung in
Europa zu verzeichnen, die mit der Totalitarismus-Doktrin das historische
Gedächtnis verändern und neue geschichtspolitische Orientierungspunkte
setzen wolle, zum Beispiel durch die Etablierung neuer Gedenktage.
Dem koordinierten Vorgehen der poltisch hegemonialen Rechtskräfte in Europa
müsse koordinierter, solidarischer Widerstand antifaschistischer
Organisationen entgegengesetzt werden.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 15:06
Prof. Pätzold eröffnet Schwerpunktdebatte
Die Schwerpunktdebatte zu Themen des Leitantrages beginnt mit einem Referat von
Prof. Kurt Pätzold zu den Schwerpunkten Faschismus und Antifaschismus,
aktuelle Geschichtsdebatte und Gedenkpolitik.
In der Diskussion kritisierte Mathias Wörsching (Berlin) Pätzolds
Sicht auf den historischen Faschismus. Prof. Pätzold habe den Faschismus
vor allem unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit für die
Herrschenden betrachtet, eine auch in der VVN weit verbreitete Sicht, von der
man sich lösen müsse.
Siehe auch: Redebeitrag.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 14:39
Verschmelzung mit der DRAFD
Unter dem Beifall der Delegierten ist die Verschmelzung mit der DRAFD vollzogen
worden.
Die DRAFD ist der "Verband Deutscher in der Résistance, in den
Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung 'Freies
Deutschland'", siehe auch: www.drafd.de.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 14:24
Die Delegierten ...
... sind zwischen 85 Jahren jung (Steffi Wittenberg) und 28 Jahren alt (Yves
Müller/ Berlin). im Durchschnitt 55. 48 Delegierte nehmen zum ersten Mal an
einem Bundeskongress teil.
Im Durchschnitt sind die Delegierten 15 Jahre Mitglied in der VVN.
Fünf Delegierte waren in der Emigration in Frankreich, Dänemark,
Belgien, Niederlande bzw. China. Zwei Delegierte saßen bei den Nazis in
Haft. Von drei Delegierten sind die Eltern von den Nazis verfolgt worden.
Nach 1945 waren drei Delegierte mit einem Berufsverbot belegt worden, zwei wegen
ihrer Mitgliedschaft in der KPD und weitere zwei wegen ihrer Mitgliedschaft in
der FDJ juristisch verfolgt worden.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 12:57
Die Aussprache zum Bericht hat begonnen
Der Landesvorsitzende aus Sachsen-Anhalt, Manfred Humprecht, berichtet nicht
ohne Stolz auf den Anteil der VVN-Mitglieder, dass der Einzug der Neonazis in
das Landesparlament verhindert werden konnte. Der designierte
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will sich für ein Verbot der
NPD einsetzen. Die Landesorganisation werde ihn beim Wort nehmen.
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2.4.2011 12:37
Heinrich Fink spricht
Den Delegierten liegt ein kurzgefasster Tätigkeitsbericht vor. Heinrich
Fink geht auf einzelne Punkte vertiefend ein. Er hebt hervor, dass es einen
Generationswechsel in unserer Vereinigung gibt. Die Mitgliederzahl bleibt
konstant, viele junge Menschen sind Mitglied geworden und sind bereit,
Verantwortung zu übernehmen. Jedes zehnte Mitglied ist in den letzten drei
Jahren zu uns gestoßen. Unsere VVN ist weiter zusammengewachsen, lebt
Toleranz im Umgang miteinander.
Heinrich Fink dankt den fleißigen Spendern, die unsere politische Arbeit
maßgeblich ermöglichen. Er dankt allen, die sich in der
nonpd-Kampagne engagiert haben. Der Kampf gegen Neofaschismus und
Rechtspopulismus bleibe eine unserer Schwerpunktaufgaben. Dem dient die
erfolgreiche Neofa-Ausstellung. Sie sei nicht unumstritten, habe aber
interessante politische Diskussionen ausgelöst und wirke so in die
Gesellschaft hinein. Über die Weiterführung der Kampagne muss
nachgedacht werden. Wir dürfen den Faschisten nicht die Straße
überlassen. Es sei auch unser Verdienst, dass die Nazi-Aufmärsche in
Dresden zweimal in Folge blockiert werden konnte. Breite Bündnisse und ein
solidarisches Miteinander haben das ermöglicht.
Heinrich Fink hebt die Bedeutung der "antifa" nicht nur für die
Arbeit in der VVN, sondern gerade auch für die Entwicklung
antifaschistischer Bündnisse hervor. Sie sollte inhaltlich weiterentwickelt
werden und häufiger erscheinen. Noch mehr Mitglieder sollten sich als
Autoren für ihre Zeitung engagieren.
Die Zusammenarbeit mit antifaschistischen Organisationen in anderen
Ländern müsse vertieft werden. Der Kampf für den Frieden bleibe
ein sehr wichtiges Anliegen der VVN, vor allem auch, weil Deutschland wieder
kriegsführende Macht geworden ist. Heinrich fordert die Delegierten deshalb
auf, sich aktiv an den Ostermärschen zu beteiligen.
Auch die gedenkpolitische Arbeit bleibe wichtig, so Heinrich Fink, auf
vielfältige Aktivitäten in den Landes- und Kreisorganisationen
verweisend.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 11:36
Die Delegierten sind beeindruckt
Die 141 Delegierten, die bis 10:40 Uhr den Weg ins Tagungsgebäude gefunden
hatten, waren insbesondere beeindruckt von den Grußworten der
Veteranen.
Grußworte an den Kongress richteten außerdem: Romani Rose
(Vorsitzender des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma), Katina
Schubert (Die LINKE), Bettina Jürgensen (DKP) und Jürgen
Heiser (Solidaritätskomitee für Mumia Abu-Jamal).
Ulrich Schneider (FIR) fand das Grußwort Romani Roses wichtig. Er habe vor
allem die Aufgaben, die künftig vor uns liegen, deutlich gemacht.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 10:28
Erste Grußworte
Nach dem Totengedenken begrüßte der älteste Kongressteilnehmer
Erwin Schulz (98) die Delegierten.
In seinem Grußwort hieß Hans Coppi, der Landesvorsitzende der
VVN-BdA Berlin, alle Delegierten und Gäste herzlich willkommen.
Zur Zeit spricht der alte Antifaschist Adam König, Berlin, und berichtet
u.a. aus seinem Leben.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 09:43
Der Bundeskongress hat begonnen
Pünktlich um 9:30 Uhr begann der 4. Bundeskongress der VVN-BdA mit dem
"Kulturellen Auftakt".
Die ersten Delegierten hatten sich bereits gegen 8 Uhr eingefunden; der erste
Anmelder war Volkmar Harnisch (84) aus Berlin. Der älteste Delegierte ist
Erwin Schulze (98).
Vor dem Tagungsraum sind verschiedene Stände aufgebaut, u.a. der
VVN-Online-Shop und die Ausstellung der VVN-BdA "Neofaschismus in
Deutschland".
Hartmut Büchsel, Delegierter aus Schleswig-Holstein, erwartet vom Kongress
ein Resümee der bisherigen Arbeit und dass der Kongress
Handlungsperspektiven insbesondere gegen Neofaschismus aufzeigt.
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 02:04
Presseartikel: Interview mit Heinrich Fink
Die Tageszeitung Neues Deutschland veröffentlicht heute unter Verweis auf
den am Wochenende stattfindenden Bundeskongress ein Gespräch mit Heinrich
Fink über die Aufgaben und Perspektiven antifaschistischer Politik.
"Als größte antifaschistische Organisation in der
Bundesrepublik stehen wir vor der Aufgabe, uns tagtäglich mit dem
erstarkenden Neofaschismus auseinanderzusetzen und unsere Stimme gegen Rassismus
und Krieg zu erheben", sagte Fink.
Siehe: "Unser Vermächtnis
verteidigen".
+++ Live-Ticker +++
2.4.2011 01:32
Das Thema bleibt - Zwischen Antisemitismus und Israelkritik
Zwischen Antisemitismus und Israelkritik - ein Thema für Antifaschistinnen
und Antifaschisten? - Der Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin war
übervoll und so wurde aus dem Frage- ein Ausrufezeichen. Es wurde auch ein
informativer Abend zur Situation in Israel und im arabischen Raum. Und es wurde
ein anspruchsvoller Abend.
Ein souveräner Moshe Zuckermann forderte viel Denkarbeit von seinen
Zuhörern. Eine genaue Beobachtung sei nötig und eine differenzierte
Betrachtungsweise. Konsens der Standpunkte: Am Existenzrecht Israels (und seinen
legitimen Sicherheitsinteressen) ist nicht zu zweifeln. Und die klare,
allerdings nicht ganz unwidersprochen gebliebene Aussage: Spätestens seit
dem 1967er Konflikt hält Israel die Karten in der Hand für seine
friedliche Lösung. „Israel wird längerfristig nicht
überleben können ohne Frieden.“
Moshe Zuckermann widersprach entschieden einer Gleichsetzung von Israelkritik,
Antizionismus und Antisemitismus. Israel dürfe kritisiert werden, man tue
seinem Heimatland keinen Gefallen, wenn man sich kritiklos mit ihm
solidarisiere. Typisch deutsch die bohrend gestellte Frage, an welchen Kriterien
festzumachen sei, wann Kritik in Antisemitismus umschlägt.
Einer der schönsten Sätze des Abends: „Es wird schwierig,
über die Dinge zu reden in einem Klima, in dem das Wesen der Dinge nicht
mehr erkannt, der Schaum vorm Mund zur Hauptsache wird.“
Es war ein wichtiger Abend für die VVN, weil das Thema seine Mitglieder
bewegt und weil es auch andere interessiert, die mit uns darüber ins
Gespräch kommen wollen. Es war ein spannender Abend, der nach Fortsetzung
ruft. Danke, Moshe Zuckermann.
- - -
Moshe Zuckermann, Jg. 1949, Soziologe und Historiker an der Universität von
Tel Aviv, war dort u. a. Leiter des Instituts für Deutsche Geschichte,
arbeitet und publiziert viel zur Geistes- und Kulturgeschichte. In seinen
Publikationen kritisiert er die Politik Israels und tritt für die Rechte
der Palästinenser ein.
+++ Live-Ticker +++
1.4.2011 23:55
Ein Quadratmeter Geschichte
Am Nachmittag übergaben Ulrich Schneider, Generalsekretär der FIR, und
Jean Cardoen vom Institut des Vétérans aus Brüssel einer
kleinen, aber interessierten und sachkundigen Öffentlichkeit das Ergebnis
akribischer Forschungs- und Recherchearbeit: Eine mehrsprachige „Karte der
Lager und anderer Nazi-Haftstätten“.
2223 Orte sind auf dieser Karte bisher verzeichnet, Orte des Leidens und des
Todes, 2223 von mehr als 20.000 bekannten Orten. André Lejoly,
Präsident des Veteranen Instituts, schreibt in seinem Vorwort:
„Für die älteren Generationen bedeutet diese Karte eine
Würdigung, ein Erinnern ... Für heutige und zukünftige
Generationen ... ist [sie] eine Einladung zum Wissen und ... eine Hilfe für
das Gewissen.“ Wissen bedeute, durch historische Lektionen über
die Gefahren der Vergangenheit nachzudenken. Gewissen bedeute, jeden zu
veranlassen, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und zu erreichen, dass
die zukünftige Landkarte Europas niemals wieder so aussehen wird, wie die
jetzt vorgelegte.
Anwesende Delegierte des Bundeskongresses wünschten der Karte eine
große Verbreitung, sie sollte in keinem historischen Kabinett einer Schule
fehlen. Geben wir sie unseren Kindern und Enkelkindern mit einem freundlichen
Gruß an ihren Geschichtslehrer in die Hände, nicht ohne sie mit ihnen
gemeinsam vorher angeschaut und bedacht zu haben. Erinnerung werde konkret, wenn
man sieht, dass die Orte des Schreckens nur wenige Kilometer von der eigenen
Haustür entfernt lagen.
Erworben werden kann die Karte im VVN-Online-Shop oder über die
Geschäftsstelle der FIR (Preis von 12 EUR).
+++ Live-Ticker +++
1.4.2011 15:59
Auf dem Weg
Die ersten Delegierten sind in Berlin eingetroffen. Sie wollen dabei sein, wenn
am späten Nachmittag das Institut des Vétérans (Brüssel)
und die Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) die
"Landkarte der Lager und anderer Nazi-Haftstätten" der
Öffentlichkeit vorstellen werden. In ihr sind weit über 2000 Lager und
faschistische Haftorte verzeichnet, von Belgien bis zur belorussischen Grenze,
von Dänemark bis nach Österreich. Eine solch umfangreiche Auflistung
existierte bislang nicht. - Andere sind noch auf dem Weg, darauf hoffend,
pünktlich zu der abendlichen Gesprächsrunde mit Moshe Zuckermann
(„Zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus“) Berlin zu erreichen. -
Wieder andere packen noch ihre Koffer und ordnen ihre Unterlagen, um morgen
ausgeruht an die Kongressarbeit zu gehen.
Es soll ein schönes Wochenende werden, vermelden die Wetterdienste, und so
hofft auch der Schreiber dieser Zeilen auf ein nicht allzu stürmisches
Wochenende, wohl ahnend, dass nicht nur eitel Sonnenschein sein wird.
Zunächst aber erwartet ihn und viele andere ein spannender und informativer
Abend.
+++ Live-Ticker +++
18.3.2011
+++ Live-Ticker +++
... vom Bundeskongress der VVN-BdA
"Ein Live-Ticker ist eine Berichterstattung, die das aktuelle
Geschehen fast in Echtzeit in Textform veröffentlicht",
heißt es in der Wikipedia.
Diese Idee (erfunden in den 1930er Jahren) erscheint uns so attraktiv, dass
wir es auch einmal versuchen wollen.
Wir werden also an dieser Stelle live vom Bundeskongress berichten, den
Textbericht mit Fotos garnieren und so den interessierten Leserinnen und Lesern
einen möglichst nahen Eindruck des Geschehens vermitteln.
Vielleicht wird es ja beim nächsten Bundeskongress eine Steigerung
geben: einen "Live-Stream", also "eine Berichterstattung, die
das aktuelle Geschehen fast in Echtzeit in Videoform
veröffentlicht." Wer weiß?
Live-Ticker-Redaktion:
Jutta Harnisch (Fotos), Gerhard Hoffmann (Fotos), Michael Landmann, Helmut Solf, Rainer Zorn und Dirk Stegemann